Ihr wöchentlicher Überblick über Entwicklungen und Trends im Personalwesen und in der HR-Technologie, verfasst für KMU-HR-Teams in ganz Europa.
Riesiges Bild: KI im Personalwesen bewegt sich vom Hype zu messbaren Auswirkungen
Das beherrschende Thema in diesem Jahr ist der Wandel vom Experimentieren hin zu einem disziplinierten, menschenzentrierten Einsatz von KI. Die Einführung schreitet zwar voran, verläuft jedoch uneinheitlich: KI wird am häufigsten in den Bereichen Personalbeschaffung (27%), HR-Technologie (21%), Weiterbildung und Entwicklung (17%) sowie Mitarbeitererfahrung (14%) eingesetzt, doch weniger als die Hälfte der Unternehmen rechnet damit, KI im Jahr 2026 im Personalwesen einzusetzen. Die klare Richtung geht hin zu agentischer KI – also Tools, die Ziele interpretieren und zum Handeln anregen, anstatt nur Fragen zu beantworten –, gepaart mit einer strengeren Steuerung und einer engeren Zusammenarbeit zwischen Personalwesen und IT. Warum es wichtig ist: Die Gewinner sind nicht diejenigen mit den meisten Werkzeugen, sondern diejenigen, die Daten über den gesamten Mitarbeiterlebenszyklus hinweg verknüpfen und einen Menschen einbeziehen.
Auf dem Radar
Die Akzeptanz von agentenbasierter KI spaltet sich nach Firmengröße. Rund 48% Großunternehmen, 25% mittelständische Unternehmen und nur 4% Kleinunternehmen setzen bereits agentische Technologien ein, wobei ein rasantes Wachstum prognostiziert wird. Für KMU ist dies eine Chance, einen Sprung nach vorne zu machen – vorausgesetzt, die Tools sind einfach zu bedienen und gut geregelt.
Die HR-Funktionen werden umstrukturiert. Berichten zufolge haben 89% der Personalabteilungen eine Umstrukturierung vorgenommen oder planen diese innerhalb der nächsten zwei Jahre, um sich von isolierten Teams zu lösen, da Plattformen die Arbeitsabläufe durchgängig miteinander verknüpfen.
Fähigkeitenbasierte Einstellungen gewinnen an Bedeutung. Immer mehr Arbeitgeber legen Wert auf nachgewiesene Fähigkeiten statt auf Abschlüsse und Berufsbezeichnungen. KI unterstützt die Entdeckung von Rollen, bevor sich Kandidaten bewerben, und bewertet während des Auswahlverfahrens das angrenzende Potenzial. Der Lohn sind eine bessere Besetzung der Stellen, eine reibungslosere Einarbeitung und eine klarere Grundlage für die Weiterentwicklung.
HR und IT konvergieren. In einer Umfrage rechneten 64% der IT-Führungskräfte innerhalb von fünf Jahren mit einer vollständigen Zusammenlegung von Personalwesen und IT, und die Budgets folgen diesem Trend: 55% der Unternehmen erhöhen ihre Ausgaben für HR-Technologie.
Kundenbindung bleibt schwierig. Rund 42% der Personalverantwortlichen gaben an, dass sie im vergangenen Jahr Schwierigkeiten hatten, Vollzeitmitarbeiter zu halten, und fast 70% haben nach wie vor Probleme bei der Personalbeschaffung – ein Hinweis darauf, dass Unternehmen Talentlücken nicht einfach durch Neueinstellungen schließen können.
HR Tech im Blick
Die Finanzierung bleibt aktiv. Warp hat in einer Serie-B-Finanzierungsrunde $60m eingesammelt, um die Personalverwaltung und Gehaltsabrechnung mithilfe von KI auf einer einzigen Plattform neu zu gestalten, die Gehaltsabrechnung, Compliance, Sozialleistungen, Onboarding und IT für Unternehmen mit 5 bis 5.000 Mitarbeitern abdeckt. In Frankreich sicherte sich HrFlow.ai in einer Pre-Serie-A-Finanzierungsrunde 6 Millionen Euro ein, um seine „Hiring Intelligence“-API weiter auszubauen.
Europäische KMU-Werkzeuge wachsen. Ausgelagerte HR-Technologie gehört zu den am schnellsten wachsenden Segmenten (mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von rund 12%), da KMU nach skalierbaren, kosteneffizienten Lösungen suchen. Rund 45% lagern mindestens eine HR-Funktion aus, und Cloud-basierte HR-Tools sollen die Verwaltungskosten um bis zu 30% senken.
Für KMU-HR-Teams
Wählen Sie einen Workflow mit hoher Reibung (Onboarding, Urlaub oder HR-Erstfragen) und beginnen Sie mit einer KI-gestützten Automatisierung mit einem klaren Verantwortlichen und Erfolgsmaß, anstatt breit einzukaufen. Bevorzugen Sie ein einziges vernetztes System of Record gegenüber der Hinzufügung von Einzellösungen. Beginnen Sie jetzt mit der Erfassung von Kompetenzdaten, damit kompetenzbasierte Einstellungen und interne Mobilität später möglich werden. Kombinieren Sie vor allem jede Automatisierung mit einer menschlichen Überprüfung, insbesondere dort, wo Entscheidungen Menschen direkt betreffen.
Quellen
- SHRM, der Stand der KI in HR 2026
- ADP, wichtige HR-Technologietrends für 2026
- AIHR, 11 HR-Trends für 2026
- Phenom, 2026 Talentmanagement-Trends
- Fintech Global: Warp sammelt $60m in Serie-B-Finanzierungsrunde ein
- Sci-Tech Today, HrFlow.ai sammelt 6 Millionen Euro in einer Vor-Serie-A-Finanzierung
- Marktdaten-Prognose, HR-Technologiemarkt Europa
HR Radar ist eine wöchentliche Informationszusammenfassung über öffentlich berichtete Entwicklungen und Trends im Personalwesen und in der HR-Technologie. Sie stellt keine Rechts- oder professionelle Beratung dar.
